Abschiedsbesuch in Buxtehudes alter „Halle Nord“

Acht Fanbase-Mitglieder machten sich am 16. März mit dem Dux-Bus auf den verhältnismäßig kurzen Weg nach Buxtehude, um die HSG dort am Nachmittag beim Auswärtsspiel des 19. HBF- Spieltags gegen den Buxtehuder SV anzufeuern. Zusätzlich reiste noch eine ganze Reihe weiterer HSG-Fans mit Privat-PKWs an, so dass wir am Ende mit fünf Trommeln, einer Tröte und ordentlich „Manpower“ vor Ort waren. An diesem Sonntagmorgen kamen wir extrem gut durch und konnten den Dux-Bus schon um kurz nach halb zwölf auf dem Parkplatz vor der Halle abstellen.

Als erstes drehten wir in sicherer Entfernung eine Runde um die im Endausbau befindliche neue Halle, die – so der Plan – zu Beginn der nächsten Saison die alte Sporthalle Schulzentrum Nord (kurz „Halle Nord“) ersetzen soll. Unser erster Eindruck: Das geplant 23,5 Mio. € teure (inzwischen werden rund 26 Mio. € Baukosten genannt) Großprojekt ist wirklich riesig – kein Wunder, denn neben einer Dreifachsporthalle mit 1.500 Zuschauerplätzen auf zwei teilweise einschiebbaren Tribünen ist dort noch eine weitere Zweifachsporthalle nur für den Schulbetrieb integriert. Die von weitem an Holz erinnernde Außenfassade besteht tatsächlich aus vertikalen Aluminium-Lamellen.

Knapp anderthalb Jahre nach der Grundsteinlegung im Oktober 2023 steht Buxtehudes größtes Bauprojekt des letzten Jahrzehnts jetzt kurz vor der Fertigstellung – ob die alte Halle Nord danach tatsächlich wie geplant abgerissen und an ihrem Platz ein Sportplatz angelegt wird, ist inzwischen nicht mehr so sicher. Wir freuen uns jedenfalls schon darauf, uns den Neubau in der nächsten Saison auch von innen genauer anzusehen: Ob hier wohl die goldenen Wasserhähne verbaut worden sind, die wir in der umgebauten Salza-Halle in Bad Langensalza vergeblich gesucht haben?

Bis zum Anwurf um 15 Uhr blieb noch reichlich Zeit für einen kleinen Spaziergang in die Buxtehuder Altstadt. Auch wenn viele von uns schon mehrmals dort gewesen waren, lohnt sich immer ein Besuch – außerdem wollten wir vor dem Spiel gern mal wieder ein traditionelles Fanbase-Eis essen! Am Geesttor, dem Beginn der Fußgängerzone, steht seit 1968 der Hase & Igel-Brunnen. Die Skulptur aus Bronze und Stein markiert zugleich das nördliche Ende der Deutschen Märchenstraße, die in Hanau beginnt und unter anderem auch durch Schieder- Schwalenberg und Lügde führt.

Vor dem historischen Rathaus vom Beginn des vorigen Jahrhunderts bogen wir links ab in die Breite Straße. Dort kommt man zum Fleth, dem schmalen Hafenbecken, auf dem früher kleine Schiffe bis zur ehemaligen Mühle fahren konnten. Auf beiden Seiten stehen alte, liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser.

Der Marschtorzwinger gehört zusammen mit dem Hase & Igel-Brunnen zu den Buxtehuder Wahrzeichen. Der runde Turm am nördlichen Ende des Fleths stellt den letzten erhaltenen Rest der Buxtehuder Wehranlagen dar und wird heute für wechselnde Kunstausstellungen genutzt.

Nach so viel Kultur gönnten wir uns im Eiscafé und Restaurant „Artemis“ in der Breiten Straße je nach Geschmack leckere Eisbecher oder Waffeln, bevor wir uns auf den Rückweg zur Halle Nord machten. Was uns in der Innenstadt noch aufgefallen ist: In den Schaufenstern nicht nur einzelner, sondern wirklich vieler Geschäfte hingen Plakate zum BSV-Spiel gegen die HSG.

Auch bereits am Buxtehuder Ortseingang und noch einmal vor der Halle Nord weisen Schilder auf das jeweils nächste Heimspiel des Buxtehuder SV hin.
Inzwischen hatte die Halle Nord bereits geöffnet – wir holten unser Orchester aus dem Bulli und nach etwas Smalltalk am Pavillon des BSV-Fanclubs „Has und Igel“ vor dem Eingang bezogen wir in der Halle unsere gewohnten Plätze links hinter einem der beiden Tore.

Positiv hervorzuheben ist, dass der BSV so wie die HSG zur immer kleiner werdenden Zahl von Bundesligisten gehört, die noch regelmäßig gedruckte Hallenhefte (zusätzlich gibt es beim BSV zu Saisonbeginn sogar noch ein dickes Saisonheft!) herausgeben. Unsere HSG wurde dort unter der Überschrift „Ein Spitzen-Team der Liga!“ geführt – daran muss man sich als Blomberg-Fan erst mal gewöhnen! Auch wenn wir den Nachtisch bereits hinter uns hatten, gingen die meisten von uns für eine leckere Stadionwurst noch mal vor die Halle, bevor das Spiel losging:

Mit 1.211 Zuschauern war die Halle Nord bei einer Kapazität von 1.300 Plätzen auf ihre alten Tage noch mal nahezu ausverkauft. Der Buxtehuder SV erwischte den besseren Start in die Partie und führte bei der ersten HSG-Auszeit nach knapp 10 Minuten mit 4:1. In einem Spiel mit vielen technischen Fehlern auf beiden Seiten konnte die HSG noch vor der Pause mit einem 4:0-Lauf aus einem 10:8-Rückstand eine 10:12-Pausenführung machen; das 10:11 bedeutete dabei nach 27 Minuten die erste Blomberger Führung des Spiels. Nach Wiederanpfiff glich der BSV schnell zum 12:12 aus; von nun an wechselte die Führung mehrmals hin und her, ohne dass sich eine Mannschaft absetzen konnte. Den schönsten Treffer des Spiels zum 15:15 erzielte Buxtehudes Linksaußen Teresa von Prittwitz mit einem sehenswerten Kempa-Tor nach Anspiel quer über das Spielfeld von Rechtsaußen Lotta Heider. Auch HSG-Rechtsaußen Judith Tietjen war mit am Ende sieben Toren äußerst treffsicher. Zu Beginn der Crunchtime war der Spielausgang weiterhin völlig offen – in Minute 53 stand es 24:24. Mit einem Dreierpack zum 24:27 knapp drei Minuten vor Spielende entschied Nieke das Spiel innerhalb von zwei Minuten quasi im Alleingang; am Ende stand ein knapper 26:28-Auswärtssieg der HSG. Mit 11 Treffern war Nieke wieder einmal erfolgreichste HSG-Torschützin und wurde einen Tag später auch zum „Player of the Match“ gewählt.

Zum wiederholten Mal konnte die HSG also ein enges, ausgeglichenes Spiel in den letzten Minuten zu ihren Gunsten entscheiden – eine Qualität, die ihr in dieser Saison schon so manchen Sieg eingebracht hat! Nach dem Glückwunsch ans Team hörten wir uns noch die Pressekonferenz an, verabschiedeten uns für diese Saison aus Buxtehude und traten zufrieden die Rückfahrt nach Blomberg an – diesmal wegen eines Staus auf der Autobahn bis Soltau über Land. Danke an unseren Fahrer Christian!

Text und Fotos: Uwe Jakob