Zweimal Wartburg und einmal Zwickau

An die Fanbase-Auswärtsfahrt nach Zwickau im Oktober letzten Jahres gibt es viele schöne Erinnerungen, so dass fast alle Mitfahrer von damals auch in diesem Jahr wieder dabei sein wollten, als es am 24. September erneut zum Auswärtsspiel gegen den BSV Sachsen Zwickau ging: Wieder zu zehnt und mit sechs großen Trommeln sowie einer Snare im Gepäck machten wir uns schon um halb acht Uhr morgens mit dem Dux-Bus und einem PKW auf den Weg Richtung Osten. Hatten wir letztes Jahr unterwegs Station in Weimar gemacht, unterbrachen wir diesmal die Fahrt schon in Eisenach: Dort bewältigten wir bei schönstem Sonnenschein zunächst den Aufstieg zur 1067 erbauten Wartburg, wobei fast alle heutigen Gebäude vom Wiederaufbau im 19. Jahrhundert stammen. Die Zeit reichte nur für eine kurze Besichtigung von außen und einen Blick in den Burghof, aber allein schon die Aussicht auf Eisenach und die grünen Hügel ringsum war die Mühe wert.

Anschließend standen in der „Automobilen Welt Eisenach“ viele weitere deutlich neuere Wartburgs auf unserem Programm: Schon seit 1898 waren in Eisenach Autos gebaut worden; 1928 stieg BMW mit der Übernahme der Fabrik in den Automobilbau ein – bis 1942 kamen alle BMW-PKWs nicht etwa aus München, sondern aus Eisenach! Nach dem Krieg entstanden auf dem Gelände des „VEB Automobilwerk Eisenach“ von 1955 bis 1991 rund 1,6 Millionen „Wartburg“-PKWs, allein vom „kantigen“ Modell 353 mit DDR-typischem Zweitaktmotor zwischen 1966 und 1989 über 1,2 Mio. Exemplare. Trotz Umstieg auf Viertaktmotoren aus dem VW Golf wurde die Produktion 1991 eingestellt und das Werk geschlossen, während Opel gleichzeitig etwas westlich der Stadt eine neue PKW-Fabrik aufbaute. Heute liegt das große Gelände in Eisenach weitgehend brach, nur eine marode Fabrikhalle, das Haupteingangstor und das ehemalige Verwaltungsgebäude stehen noch – in letzterem ist heute das sehenswerte Automuseum „Automobile Welt Eisenach“ untergebracht. Uns hat besonders das große Modell des Werksgeländes Stand 1990 beeindruckt. 

Nach so viel Programm stärkten wir uns noch kurz in der Innenstadt und fuhren anschließend weiter nach Zwickau. Wie im letzten Jahr war die Sporthalle Neuplanitz mit 520 Zuschauern wieder gut gefüllt. Nach der unglücklichen Auswärts-Niederlage mit einem Tor bei den Vipers wollte der BSV gegen Blomberg vor heimischem Publikum die ersten Punkte einfahren – das musste verhindert werden! Deshalb schalteten die Blombergerinnen nach einer Anfangsphase auf Augenhöhe einen Gang hoch, lagen dank vieler Gegenstoß-Tore zwischenzeitlich mit bis zu neun Treffern vorn und gingen beim Stand von 13:20 mit sieben Toren Vorsprung in die Kabine. Aber in der zweiten Halbzeit holte Sachsen Zwickau Tor um Tor auf und kam der HSG bedrohlich nahe. Gut, dass die an diesem Abend die besseren Torhüterinnen hatte: Konnte Melanie in der ersten Hälfte gleich mehrere Würfe nicht nur halten, sondern fangen, zeigte Zoe in der zweiten Halbzeit ebenso tolle Paraden und wehrte wichtige Bälle ab, so dass der Blomberger Sieg nicht mehr in Gefahr geriet und am Ende mit 28:34 wieder recht deutlich ausfiel.

Nach Spielende drehte die Mannschaft wieder eine Ehrenrunde und bedankte sich bei uns für den Support, anschließend gab uns Busfahrer Leen noch schnell einen auf den HSG-Sieg aus – danke Leen! Auf der Rückfahrt verfolgten wir zunächst noch am Liveticker den knappen Sieg des Blomberger Juniorteams in Altencelle, dann wurde es ziemlich ruhig in beiden Fahrzeugen – es war schließlich ein langer, anstrengender und erfolgreicher Tag gewesen! Nach einer Pause mit Fahrerwechsel in Kirchheim erreichten wir um genau viertel nach eins wieder Blomberg. Danke an alle Fahrer und Fahrerinnen, Frühstücks-Direktorinnen und Kuchenbäckerinnen für eine weitere tolle Fanbase-Auswärtsfahrt!    

Text und Fotos: Uwe Jakobs und HSG Fanbase

Mal ist man der Hase, mal der Igel …

Das Märchen vom Wettlauf zwischen Hase und Igel auf der Buxtehuder Heide, 1840 von Wilhelm Schröder erstmals veröffentlicht, verhalf der niedersächsischen Stadt zu ihren Wahrzeichen. Auch der Fanclub des Buxtehuder SV heißt „Has‘ und Igel“ e.V. und feierte in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen am 11. September rund um das Bundesliga-Spiel gegen unsere HSG Blomberg-Lippe: Es gab vor dem Anpfiff für die Zuschauer einen kleinen Parcours aus vier Geschicklichkeitsspielen vor der Halle und nach Spielende für die 116 Fanclub-Mitglieder einen großen Festabend mit der Mannschaft in einem Buxtehuder Lokal. Von 116 Mitgliedern oder 30-jährigem Bestehen ist unsere Fanbase noch ein ganzes Stück entfernt, doch die Blomberger und Buxtehuder Fans sind schon lange freundschaftlich verbunden. Deshalb folgten wir sehr gern der Einladung und machten uns zu siebt frühzeitig in Blomberg auf den Weg nach Norden. Als kleines Gastgeschenk überreichten unser 1. Vorsitzender Axel Brand und Kassiererin Monika Velser eine Flasche „Lippischer Schütze“ an die 1. „Has‘ und Igel“-Vorsitzende Rita Griemsmann. Es ist nicht bekannt, ob die Flasche den Festabend überlebt hat …   

Direkt bei Ankunft in Buxtehude durften wir zuvor schon mal den frisch folierten neuen „HSG-Express“ bewundern, der in der letzten Saison noch ganz nüchtern in weiß unterwegs war: Ab sofort fährt Fanbase-Mitglied Leen die Mannschaft in den HSG-Farben blau-weiß-rot, ergänzt durch einen Spritzer gelb des Hauptsponsors, zu ihren Auswärtsspielen kreuz und quer durch die Republik. Wir wünschen allzeit gute Fahrt – das Gefährt ist von allen Seiten ein echter Hingucker! Die ketzerischen Äußerungen, dass man wohl an den Fenstern gespart oder der Bus ein Vorleben als „Grüne Minna“ der Polizei gehabt hätte, verzeihen wir dem Buxtehuder Parkplatzwächter gern.   

Kurz und knapp zum Spiel: Die 750 Zuschauer sahen, dass die HSG zwar zunächst leicht die Nase vorn hatte, aber Mitte der ersten Halbzeit irgendwie komplett den Faden verlor, schnell in Rückstand geriet und diesem bis zum Endstand von 27:24 für Buxtehude hinterher lief. Erheblichen Anteil daran hatte „unsere“ ehemalige Torhüterin Marie Andresen, die logischerweise gegen ihren Ex-Verein besonders motiviert war und ihr Tor zeitweise regelrecht vernagelte: Manche werden sich noch erinnern, dass die Fanbase ihr dieses „Vernageln“ schon zu Beginn ihrer Blomberger Zeit in einem kleinen Begrüßungs-Video nachgesagt hatte … Daran konnte auch Marie Michalczik, mit neun Treffern beste Torschützin des Spiels, nichts ändern – zu viele beste Chancen wurden auf Seiten der HSG vergeben. Beide Maries wurden folgerichtig nach Spielende vom Buxtehuder SV als „Spielerinnen des Spiels“ ausgezeichnet und mit einem Präsentkorb bedacht. 

Auch wenn die zwei Punkte diesmal leistungsgerecht in Buxtehude blieben, hatten wir trotzdem einen schönen Tag im Norden, nette Gespräche mit den Buxte-Fans und freuen uns schon auf den Gegenbesuch zum Rückspiel in Blomberg – dann in einer Halle, die endlich auch den Gästefans uneingeschränkte Sicht aufs Spielfeld bietet! Danke an unseren Fahrer Eckard, der auch den Bulli der „Lippischen“ organisiert hatte.

Text und Bilder: Uwe Jakob

Geglückter Saisonstart unseres Drittligateams – die Fanbase war dabei!

Drei „trommellose“ Monate können ganz schön lang werden – zum Glück ist die Sommerpause in der Frauenhandball-Bundesliga fast vorbei! Da der Spielbetrieb in der 3. Liga Frauen schon eine Woche vor dem Bundesligastart losging, nutzte eine neunköpfige Fanbase-Abordnung am Sonntag, dem 4. September die Chance, sich beim Saisonstart des Blomberger Nachwuchsteams schon mal warmzumachen, und machte sich mit vier großen Trommeln und zwei Snares vom Parkplatz hinter der Schießhalle auf den Weg nach Bad Salzuflen: Unsere lippischen Nachbarn von Handball Bad Salzuflen waren wieder in die 3. Liga aufgestiegen und so wie die HSG II in der Nord-Staffel gelandet. Der Spielplan bescherte dann gleich am ersten Spieltag in der Sporthalle des Schulzentrums Aspe ein prestigeträchtiges Lippe-Derby und der Fanbase ihre erste Auswärtsfahrt der Saison 2022/23.  

Der Begriff „warmmachen“ war dabei durchaus wörtlich zu nehmen: dank Blechdach und Hallenfenstern herrschten in Aspe geradezu subtropische Temperaturen. Die HSG-Fans richteten sich auf der Tribüne ein und waren gespannt, wie sich die auf vielen Positionen neu besetzte und verjüngte Blomberger Mannschaft wohl schlagen würde. Auch eine Reihe Bundesliga-Spielerinnen der HSG sowie Spieler vom TBV Lemgo wollten sich das Lippe-Derby nicht entgehen lassen.

Die Blomberger Zweitvertretung lief mit doppelter Unterstützung aus dem Bundesliga-Team auf: Neben Nieke Kühne, die insgesamt sechs Tore erzielte, war auch Bundesliga-Trainer Steffen Birkner dabei und vertrat auf der Bank den etatmäßigen neuen Blomberger Trainer Ruben Voßhans, der als Trauzeuge in Kolumbien gebraucht wurde. Trotz dieser prominenten Verstärkungen verlief die erste Halbzeit nicht so ganz nach dem Wunsch der mitgereisten Blomberger Anhänger: Handball Bad Salzuflen erwies sich als unangenehmer Gegner, der mit einer stark parierenden Torhüterin im Rücken das zunächst recht torarme Spiel völlig offen hielt. Mit Lisa Opitz spielte dabei auch eine ehemalige HSG-Spielerin bei den Gastgeberinnen; eine zweite – Larissa Petersen – ist derzeit noch verletzt. Beim leistungsgerechten Spielstand von 12:12 wurden nach 30 Minuten die Seiten gewechselt.    

In der zweiten Halbzeit gelang des der HSG dann öfter, ihr gefürchtetes Tempospiel aufzuziehen und sich so Tor um Tor von den Gastgeberinnen abzusetzen. Nach 60 Minuten stand mit 31:22 doch noch ein deutlicher Blomberger Sieg auf der Anzeigetafel – danach hatte es zur Halbzeit noch überhaupt nicht ausgesehen! Am Ende hatten sich neun Blomberger Spielerinnen in die Torschützenliste eingetragen, von ihnen erzielte Julia Hertha mit sieben Toren, davon fünf verwandelten Siebenmetern die meisten Treffer. Der Saisonstart war also geglückt und auch die Fanbase hat das Trommeln noch nicht verlernt – sie machte die Partie in der zweiten Halbzeit gefühlt zu einem Blomberger Heimspiel! Doch auch Handball Bad Salzuflen kann auf der Leistung insbesondere der ersten Halbzeit aufbauen und so hoffentlich schnell die zum Klassenerhalt nötigen Punkte einfahren, damit es in Zukunft noch viele weitere Lippe-Derbys in der 3. Liga Frauen gibt. 

Text: Uwe Jakob
Foto: Jenni Ermer

Das Beste kommt zum Schluss – Mit der A-Jugend beim Final Four in Leverkusen

Vor ziemlich genau vier Jahren hatte die A-Jugend der HSG zum letzten Mal in einem Final Four-Turnier um die deutsche A-Jugend-Meisterschaft gestanden – damals wurde man in Buxtehude Dritter. Nun hatten die Mädels es nach den beiden Viertelfinalsiegen gegen die SG BBM Bietigheim wieder geschafft und durften am 4. und 5. Juni 2022 in Leverkusen gegen die Gastgeberinnen und die Teams aus Erlangen und Aldekerk antreten. Auch wenn ein Teil unserer „reisefreudigen“ HSG-Fans an diesem Wochenende verhindert war, starteten mit Monika, Klaus, Luka und Uwe vier Fanbase-Mitglieder am Samstagmorgen Richtung Rheinland.

Die Verkehrslage meinte es gut mit uns, so dass auf halber Strecke ausgiebig gefrühstückt werden konnte (Danke, Monika!) und wir trotzdem so früh in Leverkusen ankamen, dass vor Öffnung der Ostermann-Arena noch genug Zeit für einen kleinen Spaziergang um die BayArena direkt gegenüber blieb. Amüsiert haben wir uns dabei über einen eigenen „Frauen-Eingang“, was Bände spricht über die Zustände im Fußball.

Bei unserer Rückkehr begrüßten uns vom benachbarten McDonalds die „HSG-Ultras“, die schon um sechs Uhr morgens mit Neun-Euro-Tickets der Bahn aufgebrochen waren und es trotz mehrmaligen Umsteigens rechtzeitig nach Leverkusen geschafft hatten – Respekt, Jungs! Auch viele andere bekannte Blomberger Gesichter sah man am Halleneingang und später auf der Tribüne.

Im Vorfeld waren die Favoritenrollen in den beiden Halbfinalspielen den Leverkusener Gastgeberinnen und der HSG zugesprochen worden, während den Teams aus Erlangen und Aldekerk gute Außenseiterchancen eingeräumt wurden. Schon auf der Titelseite des Hallenhefts sprang uns Viola Leuchter von Bayer Leverkusen entgegen: An die und ihre Hammer-Würfe aus dem Rückraum erinnerten wir uns noch gut aus dem Bundesliga-Unentschieden gegen die Werkselfen von Anfang Mai in Blomberg – dort hatte sie es fünfmal im Blomberger Kasten klingeln lassen.

Wir richteten uns im HSG-Fanblock 4 häuslich ein, hängten die Blomberg- und Lippe-Fahnen auf und versorgten uns mit „Elfentalern“, der Arena-eigenen Parallelwährung. Luka hatte im Vorfeld für die anwesenden HSG-Fans Handklatschen zum Ausleihen in Großserie hergestellt, die reißenden Absatz fanden. Den Block neben uns belegten die Fans des HC Erlangen, die trotz der mit Abstand weitesten Anfahrt zahlreich mitgereist waren. Noch vor Beginn der Halbfinalspiele vereinbarte Luka mit den Erlanger Trommlern die gegenseitige Unterstützung – wie hervorragend das funktionierte, konnte man gleich anschließend im ersten Spiel der HSG gegen das Team aus Aldekerk erleben: Die Blomberger und Erlanger Fanblocks feuerten gemeinsam mit vollem Einsatz die HSG-Mädels an und sorgten für eine unglaubliche Stimmung auf unserer gesamten Tribünenseite. Davon ließ sich unser Team offenbar beflügeln: Gestützt auf eine Aurora Kryeziu in Bestform im Blomberger Kasten führte die HSG schon zur Halbzeit mit 17:9. In der zweiten Hälfte bekamen deshalb alle Spielerinnen Spielzeit – und nutzten die auch: Beim Endstand von 31:17 hatten sich nicht weniger als 11 HSG-Feldspielerinnen in die Torschützenliste eingetragen und die HSG zog ungefährdet ins Finale ein.

Im anschließenden zweiten Halbfinale des HC Erlangen gegen die Gastgeberinnen von Bayer Leverkusen unterstützten wir dann tatkräftig unsere neuen Freunde aus Erlangen – zugegeben nicht so ganz selbstlos, denn ein Erlanger Sieg wäre schon ganz im Sinn der HSG gewesen … Und die Erlanger Mädels spielten lange auf Augenhöhe mit dem Favoriten und hielten das Spiel bis Mitte der zweiten Halbzeit völlig offen. Leider mussten sie sich am Ende doch noch mit 20:23 der Sprung- und Wurfgewalt einer Viola Leuchter beugen, die mit 14 Treffern den HC Erlangen fast im Alleingang abschoss. Unsere Befürchtungen bestätigten sich also gleich doppelt: Im Finale würde die HSG auf Leverkusen treffen und Viola Leuchter war wieder in bestechender Form.

Nach den beiden Halbfinals machten wir uns auf den Weg zu unserem Hotel in Burscheid, etwa zehn Kilometer von Leverkusen entfernt – eine gute Wahl, denn sowohl die Zimmer als auch das leckere Abendessen auf der Terrasse des Hotelrestaurants ließen keine Wünsche offen, ebenso wie das Frühstück am nächsten Morgen. Den freien Sonntagvormittag – das Spiel um Platz 3 sollte ja erst um 13 Uhr beginnen – nutzten wir zu einem kurzen Abstecher ins nahegelegene Köln, parkten unser Fahrzeug am rechten Rheinufer in Köln-Deutz und gingen über die Hohenzollernbrücke zum Anleger der Ausflugsschiffe auf der Innenstadtseite. Es blieb noch Zeit für eine kurze Umrundung des Kölner Doms, wobei uns vor allem die Vermüllung der Domplatte in Erinnerung bleiben wird.

Anschließend hatten wir Tickets für eine einstündige Schifffahrt auf dem Rhein vorgebucht und konnten uns das Schokoladenmuseum, die drei berühmten Kranhäuser am Rheinauhafen und andere Kölner Sehenswürdigkeiten (Klaus – Du weißt, was ich meine …) von der Wasserseite aus anschauen. Leider meinte es das Wetter an diesem Tag nicht so gut mit uns wie am Vortag, denn während wir auf dem Schiff waren, wurde der leichte Nieselregen nach und nach immer stärker.

Zurück in Leverkusen – unsere begehrten Trommlerplätze in der ersten Reihe hatte Nina bis zu unserer Ankunft verteidigt (Danke!) – stand um 13 Uhr zunächst das Spiel um Platz 3 zwischen dem HC Erlangen und dem TV Aldekerk auf dem Programm: Wir unterstützten natürlich wieder das Team aus Süddeutschland, das diesmal leider schon in der Mitte der 1. Halbzeit vorentscheidend in Rückstand geriet, diesen trotz großem Kampf bis zum Endstand von 27:31 nicht mehr aufholen konnte und somit auf dem undankbaren vierten Platz landete.

Langsam rückte das Highlight dieses Final-Wochenendes näher und auch die letzten Plätze im HSG-Block waren nun belegt; unter anderem waren Nele Franz und Ndidi Agwunedu sowie Bundesliga-Trainer Steffen Birkner am Finaltag nach Leverkusen gereist. Die Spannung war greifbar – insgesamt hofften wir wohl alle, dass Leverkusen beim Sieg über Erlangen deutlich mehr Körner gelassen hatte als das HSG-Team gegen Aldekerk. Dann ging es los: Erst in der 6. Minute erzielte Nieke Kühne den ersten Treffer der Partie, Bayer musste sogar noch zwei Minuten länger auf das erste Tor warten. Zur Hälfte der ersten Halbzeit führte die HSG konstant mit drei Toren, aber dann wurden nacheinander mehrere Chancen vergeben. So gingen die Juniorelfen in einem torarmen Spiel mit einer hauchdünnen 8:7-Führung in die Halbzeit. Nach 40 Minuten sah es wieder sehr gut aus für die HSG, die mit 14:12 und damit zwei Toren vorn lag. Doch dann gelang im Angriff fast nichts mehr und in den verbleibenden 20 Minuten kam man nur noch zu vier weiteren Toren. Da Leverkusen weiter eiskalt seine Chancen verwertete, half auch alle Anfeuerung von der Tribüne nichts mehr: Nach 60 Minuten stand ein 23:18 für die Gastgeberinnen auf der Anzeigetafel und die Juniorelfen hatten sich zum fünften Mal innerhalb der letzten zehn Jahre den Titel geholt.

Dabei blieb Aurora der eigentlich verdiente Titel als beste Torhüterin des Turniers leider versagt und ging stattdessen an die Leverkusener Torfrau. Dafür durfte sich Nieke über den Pokal als beste Spielerin des Turniers freuen, während Bayers Viola Leuchter als Turnier-Torschützenkönigin mit 24 Treffern aus zwei Partien ausgezeichnet wurde. Zum Abschluss folgte mit der Mannschafts-Siegerehrung und Überreichung der Medaillen durch die Jugend-Bundestrainer des DHB der Schlusspunkt des Final-Wochenendes: Angeführt von Mia nahm das HSG-Team unter dem Jubel der Blomberger Anhänger die Silbermedaillen entgegen und danach schien auch langsam die Enttäuschung zu verfliegen, jedenfalls sah man schon wieder die ersten lachenden Gesichter. Mit etwas Abstand werden sich bestimmt alle über die deutsche Vizemeisterschaft der A-Jugend ebenso freuen wie über den souveränen Staffelsieg, den das fast identische HSG-Drittligateam in dieser Saison einfahren konnte. Eine mehr als beeindruckende Saisonbilanz, auf die alle stolz sein können!

Direkt nach dem Spiel war natürlich die Enttäuschung bei allen HSG-Spielerinnen groß, schließlich war es für einige das letzte Jugendspiel gewesen und eine Niederlage zum Abschluss ist sowieso nie schön. Entsprechend sah man noch viele traurige Blomberger Gesichter, als sich die vier Mannschaften zur Ehrung der besten Einzelspielerinnen am Spielfeldrand aufstellten.

Dabei blieb Aurora der eigentlich verdiente Titel als beste Torhüterin des Turniers leider versagt und ging stattdessen an die Leverkusener Torfrau. Dafür durfte sich Nieke über den Pokal als beste Spielerin des Turniers freuen, während Bayers Viola Leuchter als Turnier-Torschützenkönigin mit 24 Treffern aus zwei Partien ausgezeichnet wurde. Zum Abschluss folgte mit der Mannschafts-Siegerehrung und Überreichung der Medaillen durch die Jugend-Bundestrainer des DHB der Schlusspunkt des Final-Wochenendes: Angeführt von Mia nahm das HSG-Team unter dem Jubel der Blomberger Anhänger die Silbermedaillen entgegen und danach schien auch langsam die Enttäuschung zu verfliegen, jedenfalls sah man schon wieder die ersten lachenden Gesichter. Mit etwas Abstand werden sich bestimmt alle über die deutsche Vizemeisterschaft der A-Jugend ebenso freuen wie über den souveränen Staffelsieg, den das fast identische HSG-Drittligateam in dieser Saison einfahren konnte. Eine mehr als beeindruckende Saisonbilanz, auf die alle stolz sein können! Zum Abschluss folgte mit der Mannschafts-Siegerehrung und Überreichung der Medaillen durch die Jugend-Bundestrainer des DHB der Schlusspunkt des Final-Wochenendes: Angeführt von Mia nahm das HSG-Team unter dem Jubel der Blomberger Anhänger die Silbermedaillen entgegen und danach schien auch langsam die Enttäuschung zu verfliegen, jedenfalls sah man schon wieder die ersten lachenden Gesichter. Mit etwas Abstand werden sich bestimmt alle über die deutsche Vizemeisterschaft der A-Jugend ebenso freuen wie über den souveränen Staffelsieg, den das fast identische HSG-Drittligateam in dieser Saison einfahren konnte. Eine mehr als beeindruckende Saisonbilanz, auf die alle stolz sein können!

Uns haben die zwei Finaltage jedenfalls richtig viel Spaß gemacht und die Stimmung in der Ostermann-Arena war mit rund 1.600 Zuschauern am Finaltag unglaublich – gerade nach den letzten beiden Corona-Jahren war das ein tolles Erlebnis und ein schöner Abschluss dieser Handball-Saison! Unser besonderer Dank geht an unseren Fahrer Klaus, der uns trotz nur eines Scheibenwischers sicher über die überflutete Leverkusener Autobahn und durch den Regen zurück nach Lippe gebracht hat.

Text: Uwe Jakob

Gratulation dem Deutschen Vizemeister!

Wir gratulieren unserer A-Jugend zu einer grandiosen Saison und zur Deutschen Vizemeisterschaft! Gleichzeitig verabschieden wir uns hiermit auch von unserem Jugendkoordinator und „Kindergärtner“ Björn Piontek. Wir sagen DANKE für die tolle Arbeit und wünschen viel Spaß und Erfolg beim Nachbarn in Lemgo.

Jahreshauptversammlung 2022

Nehmen wir die wichtigste Nachricht einmal vorweg: es gibt einen neuen Vorstand. Und damit sind wir auch bei der zweiten (und jetzt offensichtlichen) Nachricht: die Jahreshauptversammlung der Fan-Base HSG Blomberg-Lippe e.V. konnte endlich stattfinden. Im Landgasthof am Park in Siekholz freuten sich der alte und der neue Vorstand über eine rege Teilnahme der Mitglieder.

Schließlich stand die Wahl eines neuen Vorstandes an, nachdem die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Christian Frost und Dietmar Lassotta angekündigt hatten, nach mehreren Jahren aktiver Vereinsarbeit nun nicht erneut für das Amt zur Verfügung zu stehen.

Der erste Vorsitzende Axel Brand sowie Kassenwartin Monika Velser wurden einstimmig wiedergewählt. Ebenfalls einstimmig fiel die Wahl der beiden neuen stellvertretenden Vorsitzenden Christian Ermer und Klaus Stapela aus. So ganz von der aktiven Arbeit in der Fan-Base verabschiedet sich Christian Frost aber dann doch nicht. Da Eckard Halstenbach nach zwei Jahren als Kassenprüfer automatisch ausschied, wurde er für zwei Jahre zum neuen Kassenprüfer gewählt und wird im nächsten Jahr zusammen mit Jennifer Ermer, die ein weiteres Jahr im Amt bleibt, die Finanzen überprüfen.

Da die Jahreshauptversammlung in die erste Maiwoche fiel, wird der Stammtisch in diesem Monat einmalig am zweiten Donnerstag im Monat (12. Mai, ab 19 Uhr) stattfinden. Treffpunkt ist der Clubraum der Gaststätte „Bei Heini“ in Blomberg. Danach wird der Stammtisch bis auf Weiteres immer am ersten Donnerstag im Monat stattfinden.

Wenn die Kindergartenzeit zuende geht

Saisonende für das HSG-Drittligateam.

Mit dem 26:21-Heimsieg gegen den Aufstiegsaspiranten SG 09 Kirchhof in einem spannenden und von beiden Seiten hochklassigen Spiel mit Nieke Kühnes spektakulärem Kempa-Tor als absolutem Highlight endete für die HSG-Zweitvertretung am 3. April 2022 die Saison 2021/22 in der Staffel C der 3. Liga Frauen. Statt des vorab ausgegebenen Saisonziels „Klassenerhalt“ stand am Ende der unangefochtene und souveräne Titel des Staffelmeisters mit unglaublichen 20 teilweise mehr als deutlichen Siegen aus 22 Spielen und im Schnitt mehr als 32 erzielten Toren pro Match – etwas, das der HSG II seit mehr als 10 Jahren nicht mehr gelungen war und womit vor Saisonbeginn wohl niemand gerechnet hätte! Gleichzeitig näherte sich damit auch das Ende einer Ära, denn Jugendkoordinator und HSG II- sowie A-Jugend-Trainer Björn Piontek wechselt nach 11 Jahren in Diensten der HSG zu unseren Nachbarn nach Lemgo. Deshalb fiel die traditionelle Verabschiedung zum Saisonende – immerhin werden auch 10 der 17 Spielerinnen an diesem Sonntagnachmittag in der kommenden Saison nicht mehr für die HSG Blomberg-Lippe auflaufen – dieses Mal etwas umfangreicher aus:

Die Spielerinnen verschwanden auffallend schnell in Richtung Kabine und kamen nach kurzer Zeit mit goldenen Kronen zur Feier der Meisterschaft geschmückt und in weißen T-Shirts mit aufgemalten bunten Buchstaben, die aneinandergereiht die Worte „Dein Kindergarten“ bildeten, wieder zurück. Auch ihr Trainer, der seine Mannschaft altersmäßig im Vergleich zu anderen gestandenen Drittliga-Frauenteams wohl etwas zu oft – und durchaus bewundernd gemeint – als Kindergarten bezeichnet hatte, bekam ein passendes T-Shirt mit der Aufschrift „Kindergärtner“. Nach einem letzten gemeinsamen Teamfoto bildeten Mannschaft und Trainer etwas abseits einen Kreis, wo Björn Piontek noch ohne Mikrofon einige Worte an seine Spielerinnen richtete und jeder von ihnen eine weiße Rose überreichte.

Danach versammelten sich alle am Mittelkreis, und Mannschaftskapitänin Emma Ruwe, die von der HSG zu den Bad Wildungen Vipers wechselt, dort sozusagen in die Fußstapfen von Munia Smits tritt und die wir hoffentlich mit ihrem neuen Team in der kommenden Saison als Erstliga-Spielerin wieder an der Ulmenallee begrüßen dürfen, übernahm das Mikro. Sie wandte sich zunächst an die Spielerinnen, die so wie sie selbst die HSG verlassen, und überreichte jeder von ihnen ein kleines Geschenk von ihren Mannschaftskameradinnen. Dann bedankte sie sich im Namen aller Spielerinnen bei „Kindergärtner“ Björn Piontek, der sich ebenfalls über ein Präsent „seiner“ Mädels freuen konnte.

Auch HSG-Präsidiumsvorstand Rudi Kaup ließ es sich nicht nehmen, zunächst die Leistung des Teams zu würdigen und im Namen des Vereins herzlich zum Gewinn der Staffelmeisterschaft zu gratulieren. Anschließend verabschiedete er die Spielerinnen der zweiten Mannschaft, die ihre Handball-Karrieren in der kommenden Saison woanders fortsetzen, ebenfalls mit Geschenken der HSG. Persönlich wurde es anschließend, als er sich an den scheidenden Trainer Björn Piontek wandte, der in vielen gemeinsamen Jahren bei der HSG Blomberg-Lippe zu einem Freund geworden ist. Das Fachsimpeln und die Gespräche mit ihm werde er schmerzlich vermissen, sagt Kaup.

Zum Schluss richtete Björn Piontek selbst noch einige Worte des Dankes vor allem an die Eltern der Spielerinnen und das „Team hinter dem Team“, ohne deren Einsatz Erfolge wie in der abgelaufenen Saison nicht möglich gewesen wären. Abschließend erinnerte er mit den Worten „Wir sind noch nicht fertig“ daran, dass für ihn und einen großen Teil seiner Mannschaft die Saison noch nicht vorbei ist: In der A-Jugend-Bundesliga sind sie noch im Rennen um die deutsche Meisterschaft und kämpfen am 10. und 14. April im Viertelfinale gegen die SG BBM Bietigheim um den Einzug ins „Final Four“. Wenn der gelingt, wäre es ein würdiger und verdienter Abschluss der „Ära Piontek“. Zum Viertelfinal-Rückspiel an der Ulmenallee am Gründonnerstag 14. April um 19 Uhr hat dieses tolle Team eine lautstarke Unterstützung von vollen Rängen verdient – also merkt euch den Termin vor, tragt ihn im Kalender ein und kommt alle vorbei!

Wir HSG-Fans sagen schon heute danke für viele wunderbare Handballspiele, die wir zusammen mit unserem Drittligateam in dieser außergewöhnlichen Saison 2021/22 an der Ulmenallee, in Lemgo und ab und zu auch auswärts erleben durften. Diese Mannschaft und sein Trainer sind uns durch ihre unbekümmerte, variable Spielweise und ihren Teamgeist wirklich ans Herz gewachsen. Björn und allen Spielerinnen, die die HSG am Saisonende verlassen, wünschen wir an ihren neuen Wirkungsstätten viel Glück und maximalen sportlichen Erfolg. Den wünschen wir auch Björns Nachfolger Lasse, wenn es ab dem Spätsommer für das neu zusammengestellte HSG-Drittligateam wieder um Punkte, Tore und Platzierungen geht. Wir werden da sein und euchunterstützen!

Fotos: Ostwestfalen.Fotografie

Die „Wildcats“ zeigen ihre Krallen

Auswärtsfahrt ohne Happy-End

Der harte Fanbase-Kern hatte die Corona-bedingt verlängerte WM-Pause mit dem Anfeuern des Blomberger Drittliga-Teams und der diversen HSG-Jugendmannschaften sinnvoll überbrückt. Trotzdem waren alle heiß auf die erste Bundesliga-Auswärtsfahrt nach fast drei Monaten, und am 22. Januar machten sich kurz vor Mittag neun HSG-Fans mit reichlich Trommeln im Gepäck in einem Bulli der „Lippischen“ auf den Weg. Nach Zwickau und Vác ging es erneut Richtung Osten, diesmal zu den „Wildcats“ vom SV Union Halle-Neustadt. Das Team aus Sachsen-Anhalt spielt bislang eine exzellente Saison, besiegte unter anderem den Thüringer HC und steht in der Tabelle über der HSG. Viele von uns waren schon Ende April 2019 bei der Auswärtsfahrt nach Halle-Neustadt dabei gewesen und hatten – damals bei wesentlich besserem Wetter – vor dem Spiel die Hallenser Innenstadt erkundet. Doch diesmal dämpfte der düstere Himmel mit Nieselregen die Lust auf einen längeren Aufenthalt im Freien.

Zum Glück hatte Dagmar vorab im Internet recherchiert, dass zur Halloren-Schokoladenfabrik, der ältesten bis heute produzierenden Schokoladenfabrik Deutschlands, seit 20 Jahren auch ein eigenes Schokoladenmuseum gehört. In dem 1896 im Osten Halles erbauten Fabrikgebäude werden seit 1952 vor allem die bekannten Halloren-Kugeln hergestellt, deren Form an die Silberknöpfe an den Jacken der Hallenser Salzwirker („Halloren“) erinnern soll. Für Fanbase-Mitglieder auf Tour gibt es sowieso nichts Schöneres als Industriemuseen, und nach dem obligatorischen Gruppenfoto vor dem Eingang (ups, schon wieder mit Trabi!) freuten sich alle, wieder ins Trockene zu kommen.

Im Museum erfährt man nicht nur alles über die wechselhafte Unternehmensgeschichte von der Kaiserzeit über das Dritte Reich und die DDR bis heute, sondern bekommt auch alle Verarbeitungsschritte vom Rohkakao bis zur fertigen Schokoladenpraline erklärt. Durch große Scheiben kann man sogar einen Blick in die Fabrikhalle werfen, in der leider am Samstag nicht gearbeitet wurde.

Den Abschluss des Rundgangs bildet das „Schokoladenzimmer“, bevor man – sehr absatzfördernd! – automatisch im großen Halloren-Fabrikverkaufsgeschäft landet. Niemand von uns konnte den vielen süßen Verlockungen widerstehen, und es wurde gekauft, was das Zeug hält und die Geldbörse hergab! Dieser Programmpunkt hatte sich mehr als gelohnt: Wer nach Halle kommt, sollte dort unbedingt vorbeischauen!

Anschließend ging es einmal quer durch Halle zur SWH.arena in Halle-Neustadt, bis zum Sommer letzten Jahres bekannt als Erdgas-Sportarena. Wegen einer geschlossenen Gesellschaft beim Italiener nahe der Sporthalle, wo wir uns eigentlich vor Spielbeginn stärken wollten, blieb als Alternative die „Stadionwurst“ vor der Arena, die allen ausgezeichnet schmeckte. Die im Sommer 2014 eingeweihte, damals 6,5 Mio. Euro teure SWH.arena für maximal 1.200 Zuschauer ist ein wahres Schmuckstück und wird neben dem Frauenhandball der „Wildcats“ auch für die Spiele der Hallenser Basketballerinnen genutzt.

Anschließend ging es einmal quer durch Halle zur SWH.arena in Halle-Neustadt, bis zum Sommer letzten Jahres bekannt als Erdgas-Sportarena. Wegen einer geschlossenen Gesellschaft beim Italiener nahe der Sporthalle, wo wir uns eigentlich vor Spielbeginn stärken wollten, blieb als Alternative die „Stadionwurst“ vor der Arena, die allen ausgezeichnet schmeckte. Die im Sommer 2014 eingeweihte, damals 6,5 Mio. Euro teure SWH.arena für maximal 1.200 Zuschauer ist ein wahres Schmuckstück und wird neben dem Frauenhandball der „Wildcats“ auch für die Spiele der Hallenser Basketballerinnen genutzt.

Für uns HSG-Fans war ein ganzer Tribünenblock freigehalten worden, und sofort nach dem Betreten der Halle begrüßten uns nacheinander mehrere Mitglieder des Fanclubs „Saalemiezen“ (Die freundliche Einladung zur Stadtführung vor dem nächsten Spiel nehmen wir sehr gern an!). Alles war perfekt organisiert, bis hin zu Gummimatten unter den Trommeln und Klebeband zum Befestigen des Fanbase-Banners – hier kommt man gern hin! Auch in Halle bekamen wir wieder Verstärkung von den Familien und Freunden einiger Spielerinnen, und alle freuten sich auf ein schönes Match.

Doch schon der klassische 0:4-Fehlstart erinnerte fatal an das vergurkte Heimspiel gegen den VfL Oldenburg vom Oktober letzten Jahres und ließ nichts Gutes ahnen. Auch das Aluminium war mit sechs Blomberger Latten- und Pfostentreffern eindeutig auf Seiten der Gastgeber. Der HSG gelang im Spielverlauf zwar mehrmals der Ausgleich, aber nur ein einziges Mal eine Führung in der 37. Minute zum 14:13 aus HSG-Sicht. Am Ende fiel die Blomberger 24:29-Niederlage mit fünf Toren vielleicht etwas zu hoch aus, war aber unter dem Strich verdient, weil besonders im Rückraum viel zu zögernd agiert wurde. Doch es gab auch Positives: Neben Nieke Kühne durfte diesmal auch Leni Ruwe Mitte der zweiten Halbzeit ins Geschehen eingreifen, krönte ihr Bundesliga-Debüt mit zwei schönen Rückraum-Toren und bekam bei der Pressekonferenz nach dem Spiel zu Recht ein Sonderlob vom Trainer. Den Präsentkorb als beste Gästespielerin – eine schöne Idee! – überreichten die Wildcats aber nicht ihr, sondern Marie Michalczik, mit fünf Toren gemeinsam mit Laura Rüffieux beste Blomberger Torschützin.

Das Spiel ließ einen als HSG-Fan irgendwie ratlos zurück, und auf der Rückfahrt beschäftigte uns die Frage, wohin der Weg der HSG in dieser Saison wohl geht. Hoffen wir, dass es der HSG gelingt, den Bock umzustoßen und wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden!

Text und Fotos: Uwe Jakob

Geschenke, Geschenke, Geschenke

Sie ist Fanbasemitglied, hat einen sonnengelben Kapuzenpulli, ein Herz aus Gold und einen Stand voller Geschenke. Die Rede ist – natürlich – von „unserer“Löwenmama Susanne Saage. Seit mittlerweile 20 Jahren sorgt sie dafür, dass Kinder, die Weihnachten im Krankenhaus verbringen müssen, ihre Wünsche erfüllt bekommen. Angefangen hat alles mit ihrem eigenen Sohn Moritz, der im Alter von neun Monaten an Leukämie erkrankte. Heute ist Moritz ein gesunder junger Mann, seine Mutter ist die Löwenmama geblieben.
Nachdem uns Susanne mehrfach versichert hat, dass die Schokonikoläuse, die die Fanbase ihr im letzten Jahr mit auf den Weg gegeben hatte, richtig super angekommen sind, stand es für uns natürlich außer Frage, dass wir die Aktion in diesem Jahr noch einmal wiederholen.

Aber nicht nur die Kinder und Jugendlichen, die von der Löwenmama beschenkt werden, dürfen sich über ein Geschenk der Fanbase freuen. Nach Rücksprache mit der Akademieleitung unterstützen wir in Zusammenarbeit mit dem Förderverein unseren Handballnachwuchs mit einer Spende.

Und dann ist da noch ein drittes Geschenk, auf dass wir eigentlich gerne verzichtet hätten, denn natürlich hätten wir Nele Franz lieber auf der „Platte“ gesehen. Aber wir werden auch weiterhin versuchen, jede aufgrund einer Verletzung operierte Spielerin mit einem kleinen Genesungsgeschenk etwas aufmuntern. Unsere 21 hat sich jedenfalls sehr gefreut und lässt herzlich grüßen. Come back stronger, Nele!

Kurz die Maske ab fürs Foto: Strahlende Gesichter bei der Übergabe der süßen Präsente an Fanbase-Mitglied und Löwenmama Susanne Saage (3. v. l.)

„Mal eben nach Budapest“ – die Fanbase-Auswärtsfahrt der Superlative


„Ihr seid ja verrückt!“ – das haben wir in den letzten Wochen öfter mal zu hören gekriegt, wenn wir jemandem von unserer geplanten „Auswärtsfahrt“ nach Ungarn zum Hinspiel in der 3. Qualifikationsrunde der EHF European League Women gegen Váci NKSE erzählt haben. Entstanden war der Gedanke spontan schon wenige Minuten nach Abpfiff des European League-Rückspiels gegen Metzingen, als Eckard die Anreise mit der Bahn ins Spiel brachte: Die kostete relativ wenig Geld und dank Liegewagen auf der Hinfahrt und Terminierung des Spiels auf den Samstagnachmittag musste dafür nicht einmal ein Urlaubstag geopfert werden. Als fest stand, wer mitkommen würde, begannen wir mit den Vorbereitungen: Einer buchte die Bahnfahrten Detmold-Budapest und zurück, ein anderer unser Hotel sowie die innerungarischen Bahntickets, und Monika besorgte uns einen Grundstock an ungarischen Forint – den Rest haben wir vor Ort in Budapest getauscht.

Zwischenzeitlich war ein gebuchter Mitfahrer wieder ausgefallen, aber zum Glück konnten wir schnell einen anderen Interessenten überzeugen, dass man bei dieser Fahrt unbedingt dabei sein musste. Und so trafen wir vier – Monika, Eckard, Lothar und Uwe – uns am Freitagnachmittag kurz vor vier am Detmolder Bahnhof und brachen von dort Richtung Ungarn auf, bzw. zunächst erst mal Richtung Altenbeken, was ja bekanntlich noch in Deutschland liegt. Damit es uns unterwegs nicht langweilig wurde, hatten die an der Hin- und Rückfahrt beteiligten Bahngesellschaften ausgerechnet auf den Strecken mit knappen Anschlussverbindungen ein paar Verspätungen eingebaut – einmal mussten wir zwar alles geben, aber zum Glück hat alles geklappt und wir haben keinen Zug verpasst (wäre auch übel gewesen!). Im Münchener Hauptbahnhof bestiegen wir am Freitag gegen 23 Uhr einen Liegewagen der ungarischen Bahngesellschaft MAV für die Fahrt bis Budapest. Der Waggon war zwar nicht mehr der Jüngste und gab manchmal seltsame Töne von sich, aber die Nacht war trotzdem relativ ruhig und wir konnten etwas schlafen.

Am nächsten Morgen erreichte unser Zug um halb zehn seine Endstation, den imposanten Kopfbahnhof von Budapest-Keleti.

Wir deckten uns in einer Wechselstube mit weiteren ungarischen Forint ein, deponierten das Gepäck schnell in unserem Hotel direkt gegenüber vom Bahnhof und machten uns gleich wieder zu Fuß auf den Weg durch die Stadt zum Bahnhof Budapest-Nyugati, etwa zweieinhalb Kilometer entfernt. Von dort nahmen wir einen modernen Doppelstock-Zug, der uns ohne Zwischenhalt bis nach Vác brachte. Am Ziel angekommen waren wir damit aber immer noch nicht …


Für die letzten paar Kilometer von Vác bis zum Haltepunkt Kisvác ganz in der Nähe der Sporthalle stiegen wir nochmal in einen niedlichen kleinen Schienenbus um, der so etwas wie das Highlight der ganzen Bahnfahrten war und deshalb natürlich unbedingt im Bild festgehalten werden musste. Die Zeit bis zur Öffnung der Tageskasse an der „Városi Sportcsarnok“ nutzten wir für einen kurzen Abstecher an die Donau, die nahe der Sporthalle träge Richtung Budapest vorbeifloss.


Wegen des trüben Wetters war sie weder schön noch blau, aber zumindest hatten wir sie jetzt mal aus der Nähe gesehen …

Zurück vor der Halle begrüßten uns erst mal die Spielerinnen der 2. Mannschaft aus Vác, die gerade zu einem Auswärtsspiel losfuhren. Dann kam auch schon die ungarische Version des „HSG-Express“ mit dem Blomberger Team an, und nach kurzem gegenseitigen „Hallo“ – inzwischen hatte auch die Tageskasse geöffnet – kauften wir für umgerechnet 4,20 Euro unsere Eintrittskarten. Unsere Plätze lagen leider auf der Seite, auf der die drei Fernsehkameras standen, so dass wir im Stream fast nie im Bild zu sehen waren.
Nachdem Fanbase-Plakat und HSG-Fahne aufgehängt waren, stärkten wir uns am Speise- und Getränkestand in der Halle und stellten fest, dass außer uns noch einige weitere HSG-Anhänger den Weg nach Vác gefunden hatten.

Obwohl Dauerkarteninhaber – anders als bei der HSG – freien Eintritt zum Europapokalspiel hatten, war die Halle mit etwa 350 Zuschauern nur zur Hälfte besetzt.

Wir hatten uns vor der Fahrt drei handliche kleine Trommeln besorgt, die man gut im Gepäck mitnehmen konnte, außerdem kam – passend zur Bahnanreise – das erprobte Mehrklang-Signalhorn der Deutschen Bundesbahn nach längerer Zeit mal wieder zum Einsatz. Damit waren wir im Livestream zeitweise recht gut zu hören (und zweimal auch kurz zu sehen), wurden aber oft von der Stimmgewalt der ungarischen Fans auf der gegenüber liegenden Tribüne mit ihren „Hajrá Vác“-Rufen übertönt. Wie das wohl erst bei einer vollbesetzten Halle gewesen wäre? Eine solche Stimmung kennt man in Deutschland nur aus Fußballstadien – anders als dort muss man aber als Gästefan beim Handball keine Angst um seine Gesundheit haben, die Stimmung war völlig entspannt. So „besuchte“ uns in der Mitte der ersten Halbzeit ein ungarischer Fan in unserer Tribünen-Ecke und wollte gern seinen wunderschönen blau-roten Vác-Fanschal (die ungarische Aufschrift heißt übersetzt „Gemeinsam schaffen wir das Unmögliche!“) gegen meinen HSG-Schal tauschen – nichts lieber als das! Total platt war ich dann, als er in der zweiten Halbzeit noch mal zurückkam, um mir ein Bier auszugeben. Leider war die Verständigung schwierig, aber für eine nette Verabschiedung vor der Halle nach Spielende reichte es allemal.

Das Spiel selbst haben HSG und LZ recht zutreffend beschrieben. Mit Abstand auffälligste Spielerin im sehr jungen ungarischen Team war die extrem sprung- und wurfgewaltige Nummer 4 Gréta Kácsor, die es im Stil einer Alicia Stolle neunmal im HSG-Kasten klingeln ließ und die über 60 Minuten nicht in den Griff zu kriegen war. Zum Glück war Laetitia Quist auf Blomberger Seite genauso erfolgreich. Überhaupt hatte man als Zuschauer nicht den Eindruck, dass das Team aus Vác wirklich besser war, wohl aber cleverer und abgezockter – die internationale Erfahrung zahlte sich aus. Das Ergebnis von 32:27 für die Gastgeberinnen lässt zwar für das Rückspiel in Lemgo noch hoffen, aber das wird alles andere als leicht werden – na denn: „Gemeinsam schaffen wir das Unmögliche!“

Nach Spielende und kurzer Verabschiedung von der Mannschaft machten wir uns auf den Rückweg zum Bahnsteig Kisvác. Nachdem der „offizielle Teil“ der Tour vorüber war, begann nun mit der Fahrt zurück nach Budapest der gemütliche Teil – sollte man jedenfalls meinen. Aber zunächst standen in Budapest noch mal gut zweieinhalb Kilometer Fußmarsch bis zu unserem Hotel an. Dort bezogen wir unsere Zimmer und machten uns eine Stunde später gegen 19 Uhr auf den Weg zum Abendessen. Nach einigem Suchen fanden wir schließlich den unscheinbaren Eingang zum kleinen Restaurant „Regös Vendéglö“ in einem Kellergewölbe an einer ruhigen Seitenstraße der Budapester Innenstadt. An der Tür hing ein Schild, dass man für den Abend ausgebucht sei, aber wir hatten ja vorab einen von nur zwölf Tischen reserviert. Diese Fanbase-Fahrt hätte einem daheimgebliebenen Mitglied bestimmt gefallen, denn es gab aus Zeitmangel überhaupt kein Kultur-Beiprogramm. Dafür hätte man die Tour locker als „Gourmet-Reise“ ausschreiben können, denn so gut gegessen haben wir definitiv noch auf keiner Auswärtsfahrt!

Auf unserem Tisch landeten unter anderem zwei große Platten mit ungarischen Spezialitäten vom Gulasch über Gänseleber, ungarischen Jungfernbraten (!) bis zum Paprikahuhn, zum Nachtisch gab’s Palatschinken und der Restaurant-Besitzer empfahl uns einen ganz vorzüglichen ungarischen Rotwein.
Danach waren wir alle so pappsatt, dass ich mir den Abstecher Richtung Donau für ein paar Nachtaufnahmen der Budapester Sehenswürdigkeiten schnell aus dem Kopf schlug und wir auf direktem Weg wieder unser Hotel ansteuerten.

Ausgeruht und vom Frühstücksbuffet gut gestärkt machten wir uns am Sonntagmorgen gegen halb zehn auf den Heimweg von Budapest nach Lippe. Diesmal nahmen wir eine etwas andere Strecke und wechselten schon am Wiener Hauptbahnhof den Zug.

Von dort fuhren wir in einem ICE bis Kassel-Wilhelmshöhe durch – verfolgt von den daheimgebliebenen Fanbaselern, die uns regelmäßig Nachrichten schickten und dank detektivischer Nachforschungen eines Mitglieds immer unseren genauen Aufenthaltsort kannten. Inzwischen waren sowohl Ungarn als auch Österreich zu Hochinzidenz-Gebieten erklärt worden: Am Bahnhof Passau kam die Bundespolizei in den Zug, kontrollierte Ausweise und 3G-Nachweise und forderte alle zur Abgabe einer digitalen Einreiseanmeldung auf, was wir auch pflichtgemäß erledigt haben. Die Realität hatte uns wieder eingeholt …

Um 22 Uhr standen wir schließlich wieder auf demselben Detmolder Bahnsteig, von dem aus wir 54 Stunden zuvor losgefahren waren. Eine trotz der HSG-Niederlage rundum gelungene Auswärtsfahrt der Superlative war vorbei.

Zum Schluss noch etwas Statistik: Insgesamt haben wir auf Hin- und Rückfahrt 2.512 Bahnkilometer in 13 verschiedenen Zügen zurückgelegt, wobei die kürzeste Fahrt ganze drei Minuten gedauert hat. Einschließlich der Wartezeiten auf diversen Bahnsteigen, Bahnhofsvorplätzen und -restaurants waren wir fast 32 Stunden mit der Bahn unterwegs. All das für 60 Minuten Handball – vielleicht sind wir ja wirklich etwas verrückt, aber uns auch alle einig, dass es sich auf jeden Fall gelohnt hat!

Text: Uwe Jakob
Fotos: Uwe Jakob, Eckard Halstenbach